Z.U.G. Albstadt
letzte Akualisierung: 20.05.2020
Zukunftsorientiert
Unabhängig
Gemeinsam
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Albstadt, den 27.6.2019 Städtische Bäder sind für alle da und müssen für alle zu den gleichen Bedingungen nutzbar sein!!! Offener Brief an die Geschäftsleitung der Albstadtwerke, Herrn Oberbürgermeister Konzelmann und den Aufsichtsrat der Albstadtwerke Sehr geehrter Herr Dr. Linnemann,sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Konzelmann, sehr geehrte Damen und Herren, seit dem 10.6.2019 können Stromkunden der Albstadtwerke – sofern sie sich eine albPlus-Karte ausstellen lassen - in den städtischen Bädern zum Nulltarif baden. Alle anderen Badbesucher werden dafür mit einer drastischen Preiserhöhung bestraft: 6,- Euro für Erwachse-ne statt bisher 3,60 € (+66%). Der ermäßigte Eintritt stieg von 2,10 € auf 3,- Euro (+43%). Wir lehnen es aus grundsätzlichen Erwägungen ab, dass städtische Bäder, die mit Steu ergeldern für die Allgemeinheit gebaut wurden, umgewidmet werden, zum Kernbestandteil einer „exklusiven Vorteilswelt der Albstadtwerke“ (Werbung albPlus). Es verbietet sich, in einem öffentlichen städtischen Bad „Exklusiv- Badetage“ zu veranstalten, bei denen alle, die nicht Stromkunde der Albstadtwerke sind, ausgeschlossen werden. Wir sind entschieden dagegen, den Konkurrenz- und Preiskampf auf dem Strommarkt auf dem Rücken der Badegäste auszutragen. Deshalb: Nehmen Sie die Preiserhöhung in den Bädern auf Ihrer nächsten Aufsichtsratssitzung am 2. Juli wieder zurück! Die sogenannte Liberalisierung des Strommarkts haben nicht die Bürger eingeführt, sondern die bürgerlichen Parteien und ihre Politiker im Interesse der größten Energiekonzerne. Der eigentliche Grund, warum die Stadtwerke zu kämpfen haben und unsere Lebensverhältnisse in immer mehr Bereichen in Frage gestellt werden, ist doch die Privatisierungspolitik und Ka-pitalisierung von immer mehr Bereichen der öffentlichen Daseinsfürsorge. Sei es beim Krankenhaus, bei Gas-Wasser-Strom, bei den Wohnpreisen oder auch den Bädern – alles ist und wird ausgerichtet um Gewinn zu machen. Damit unterliegt aber auch alles immer offener dem Gesetz des kapitalistischen Konkurrenzkampfs auf den liberalisierten Märkten. Zweifel-los setzen die Stromriesen, die Einflüsse des Weltmarkts, die steigenden Gebühren der Bun-desnetzagentur usw. bundesweit die kleineren Stadtwerke unter Druck. Aber das liegt am System und nicht an einzelnen „abtrünnigen“ Stromkunden, die sie dafür als Badegäste be-strafen wollen. Versuchen Sie doch nicht, den Druck nach unten abzuwälzen. Als ob die Leute nicht auch rechnen müssten!